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Oberhessische Zeitung:

18.08.2012

 

Alsfelder Sprachtandems mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet

VOGELSBERGKREIS (red).

Bei einer feierlichen Preisverleihung prämierte die Sparkasse Oberhessen am Donnerstag in Friedberg
mit insgesamt 6500 Euro die 15 Preisträger des Regionalwettbewerbes Oberhessen beim Deutschen Bürgerpreises. Mit Christina Nies aus Lauterbach und dem EvangelischenDekanat Alsfeld kamen zwei der fünf Hauptpreisträger,die mit tausend Euro ausgezeichnet wurden, aus dem Vogelsbergkreis.

Im Mittelpunkt des deutschen Bürgerpreises stand in diesem Jahr das Engagement für junge Menschen. Mit dem
Schwerpunktthema „Projekt Zukunft: Engagiert für junge Leute“ wurde, wie es in der Ausschreibung hieß, ehrenamtliches Engagement gewürdigt, das jungen Menschen Perspektivenaufzeigt, ihnen Orientierung, Know-howund
Selbstvertrauen schenkt oder durch die Vermittlung persönlicher und sozialer Kompetenzen neue Chancen eröffnet.

Die Landräte Manfred Görig (Vogelsbergkreis) und Joachim Arnold (Wetteraukreis) sowie der Pressesprecher der
Sparkasse Oberhessen, Bernd Kunzelmann, bedankten sich in ihren Grußworten für das vielfältige bürgerliche und
ehrenamtliche Engagement der Preisträger.„Es ist etwas Besonderes, dass Sie täglich ihre Zeit in den Dienst anderer
stellen, dass Sie jungen Menschen helfen, sie unterstützen und fördern. Das ist sehr gut, denn sie sind unsere Zukunft.
Ohne dieses Engagement wäre vieles nicht möglich. Dafür dankeich Ihnen im Namen der Sparkasse Oberhessen. Behalten Sie Ihre Begeisterung für die Sache und Ihre Ausdauer bei. Ich hoffe, dass der Bürgerpreis dazu ein klein wenig Motivation sein kann“, sagte Kunzelmann. Ziel des Deutschen Bürgerpreises sei es, freiwillige Leistungen vonMenschen hervorzuheben.Fast jeder Dritte, so Kunzelmann weiter, engagiere sich in seiner Freizeit ehrenamtlich und unterstütze die Gesellschaft damit auf wichtige Weise.

Einzelpersonen, Initiativen, Vereine und Organisationen, die sich in klassischen Jugendverbänden, den Jugendorganisationen der Hilfswerke, Sport- und Kulturvereinen, in Schulen, Berufs- wie Hochschulen, Projekte der Jugendhilfe und Resozialisierung engagieren, konnten sich für Deutschlands größten bundesweiten Ehrenamtspreis bewerben.

Die Jury, der die beiden Landräte, der Vorsitzende der Bürgermeister-Kreisvereinigung Wetterau Herbert Unger, der
Grebenauer Rathauschef Jürgen Ackermann, Rolf Schwickert (Alsfelder Allgemeine), Roland Heinrich (Oberhessische
Zeitung), Claudia Kempf (LauterbacherAnzeiger), Martina Walenta (Kreis-Anzeiger), Dr.Thorsten Grusdat (Butzbacher Zeitung), Thomas Schwarz (Frankfurter Neue Presse) und Siegfried Klingelhöfer (WetterauerZeitung) angehörten, wählte in diesem Jahr aus 34 Bewerbungen neben den fünf Hauptpreisträger zehn Anerkennungspreise á100 Euro aus. Der Landrat des Vogelsbergkreises Manfred Görig schilderte bei der Preisverleihung, wie schwierig der Jury die Bewertung gefallen sei. Jede der freiwilligen Leistungen hinter einer Bewerbung verdiene eine Honorierung.

Das Evangelisches Dekanat Alsfeld wurde mit einem Hauptpreis für das Projekt „Alsfelder Sprachtandems (Flüchtlingshilfe)“ ausgezeichnet. „Eine Sprache beherrschen, bedeutet dazugehören. Wirwollen, dass Flüchtlinge dazugehören“, lautet das Leitbild des Projekts. Die Alsfelder Sprachpaten springen dabei in eine offene Lückeder Flüchtlingsgesetzgebung: Durch das bürgerschaftliche Engagement erhalten Flüchtlinge sofort, und nicht erst nach ihrem ersten Aufent-haltstitel, Sprachunterricht.

Die Alsfelder Sprachtandems, die momentan aus etwa 20 Personen bestehen, unterstützen Flüchtlinge, meist Personen
zwischen 16 und 25 Jahren, beim Spracherwerb. Gemeinsam werden (VHS-) Deutschkurse nachgearbeitet, EDV-gestütztes Lernen unterstützt oder Behördengänge begleitet. Die Teammitglieder des Sprachtandems helfen in ihrer Freizeit gemeinsam, Flüchtlingen bei verschiedensten Dingen, damit sie sich in Alsfeld zurecht finden.

Christine Nies aus Lauterbach wurde für das Projekt „Hilfefür das verlassene Kind“ ausgezeichnet. Der gleichnamige Verein unterstützt junge Mütter und hilft ihnen Fähigkeiten zu erwerben, die sie fitfürs Leben machen.Junge Mütter werden über einen ausreichenden Zeitraum zusammen mit ihren Kindern betreut, um sie so Schritt für Schritt in ihre
Mutterrolle hinein wachsen zu lasen. Die jungen Mütter lernen eine positive emotionale Beziehungzuihrem Kind aufzubauen, die auch in Krisenzeiten Bestand hat, ihre eigene Persönlichkeit zu festigen und weiterzuentwickeln und sich durch Schulabschluss und Ausbildung eine wirtschaftliche Grundlage für das gemeinsame Leben mit ihrem Kind zu schaffen. Christine Nies begleitet den Weg des Vereins seit mehr als zehn Jahren und kümmert sich neben dem Vereinsvorsitz um Unterstützer für die Arbeit mit den jungen Müttern und eine breite politische Akzeptanz.

Radio Welle West Wetterau (Butzbach) erhielt einen Hauptpreis für das Projekt „Veranstaltungsradio“. Seit zehn Jahren sendet der Verein Radio Welle West Wetterau (Radio WeWeWe)einmal im Jahr für etwa zehn bis 14 Tage begleitend zu einer kulturellen Veranstaltung in der Region. Die größtenteils jugendlichen Mitglieder werden in kostenlosen Workshops mit (teilweise professionellen) Journalisten und Technikern auf die Sendewoche vorbereitet.

Elena Döhler (Altenstadt) wurde für das Projekt „Selbsthilfegruppe für junge Leute mit Multipler Sklerose“ ausgezeichnet. Elena Döhler hatte mit 15 Jahren die Diagnose Multiple Sklerose erhalten. Aufgrund zahlreicher Schübe, konnte sie ihre Schule nicht mehr besuchen. Ihr besonderes Engagement liegt in ihrer Initiative im vergangenen Jahr zur Gründungeiner Gruppe für junge MS-Erkrankte ab dem Alter von 15 Jahren. Seit Februar 2011 trifft sich ein kleiner Kreis sehr junger MS-Betroffener.

Einen Hauptpreis erhielt auch die Kreishandwerkerschaft des Wetteraukreises für ihr Projekt: „TOPAS“ –Top Ausbildungsstelle, eine Initiative von kleinen Handwerksunternehmen mit vier bis fünf Angestellten, die eine Arbeitsgemeinschaft gegründet haben. Hier sollen junge Menschen während ihrer Ausbildung mehr lernen, als in den Ausbildungsrahmenplänen vorgesehen ist. Die engagierten Handwerksbetriebe haben sich freiwillig verpflichtet mehr zu bieten als andere und haben sich diverse QualitätsstandardsinBezug auf die Ausbildung ihrer Auszubildenden auferlegt.

Zwei der zehn Anerkennungspreise gingen in den Vogelsbergkreis. Den Förderverein der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld zeichnete die Jury für das Projekt: „Virtueller Praktikums-und Ausbildungs-Marktplatz“ aus. Das Projekt dient der Unterstützung der Schüler bei der Suche nach geeigneten Praktikums-und Ausbildungsplätzen.
Angesprochen sind die Jahrgangsstufen 9 und 12 sowie Schulabgänger.

Gerhard Schneider aus Lauterbach wurde ausgezeichnet, weil er seit 50 Jahren als Tischtennisausbilder aktiv ist.

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